Direkt zum Inhalt

Unabhängiges Informationsangebot. Nicht die Schwesternschaft vom DRK Sachsen e.V., kein Teil des Deutschen Roten Kreuzes oder des Verbands der Schwesternschaften vom DRK. Wer hier schreibt

Pflegewege Sachsen Pflegeberuf, Ausbildung und Pflegetradition in Sachsen – unabhängig erklärt

Pflegepolitik im Überblick: Reformen und Gesetze für Pflegeberufe seit 2015

  • Rubrik: Beruf & Ausbildung
  • 24 Quellen, im Text verlinkt

Auf einen Blick

Seit 2015 haben vier große Reformen den Pflegeberuf verändert. Seit 1. Januar 2020 gibt es die gemeinsame Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz. Seit Dezember 2023 ist das Pflegestudium vergütet. Seit 1. Januar 2026 dürfen Pflegefachpersonen mehr Aufgaben selbst übernehmen. Ab 1. Januar 2027 gibt es die bundeseinheitliche Pflegefachassistenz (Stand: Oktober 2026; Quellen: bundesgesundheitsministerium.de/pflegeberufegesetz, bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/detail/pflegestudiumstaerkungsgesetz-pflstudstg, bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/detail/gesetz-befugniserweiterung-entbuerokratisierung-pflege, gesetze-im-internet.de/pflfassg/BJNR1030B0025.html). Diese Chronik wird bei neuen Gesetzen ergänzt und ist kein Nachrichtenticker.

Welche Gesetze haben den Pflegeberuf seit 2015 verändert?

13. November 2015: Zweites Pflegestärkungsgesetz

Am 13. November 2015 beschloss der Bundestag das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II). Es trat am 1. Januar 2016 in Kraft. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff mit fünf Pflegegraden galt ab 1. Januar 2017 (Stand: Oktober 2026; Quelle: bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2015/november-2015/psg-ii-bt-verabschiedung).

17. Juli 2017: Pflegeberufegesetz ausgefertigt

Am 17. Juli 2017 wurde das Pflegeberufegesetz (PflBG) ausgefertigt. Es war Artikel 1 des Pflegeberufereformgesetzes. Die meisten Regeln traten am 1. Januar 2020 in Kraft. Die Finanzierungsregeln, §§ 26 bis 36, galten schon ab 1. Januar 2019 (Stand: Oktober 2026; Quelle: gesetze-im-internet.de/pflbg/BJNR258110017.html).

2. Oktober 2018: Ausbildungs- und Prüfungsverordnung

Am 2. Oktober 2018 wurde die Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (PflAPrV) ausgefertigt. Sie regelt unter anderem Stundenzahlen, Praxisanleitung und Prüfung. Zum 21. November 2018 setzten die Ministerien die Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz ein. Diese Kommission erarbeitet die Rahmenpläne (Stand: Oktober 2026; Quelle: gesetze-im-internet.de/pflaprv/BJNR157200018.html, bundesgesundheitsministerium.de/pflegeberufegesetz).

9. November 2018: Pflegepersonal-Stärkungsgesetz

Am 9. November 2018 beschloss der Bundestag das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz. Es sollte Personalausstattung und Arbeitsbedingungen in Kranken- und Altenpflege verbessern. Der Bundesrat befasste sich am 23. November 2018 im zweiten Durchgang damit (Stand: Oktober 2026; Quelle: bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/detail/pflegepersonal-staerkungsgesetz-ppsg).

1. Januar 2020: Generalistische Ausbildung startet

Seit 1. Januar 2020 wird in der Pflege nach dem Pflegeberufegesetz ausgebildet. Krankenpflegegesetz und Altenpflegegesetz endeten am 31. Dezember 2019. Ausbildungen nach altem Recht konnten nach § 66 PflBG bis Ende 2024 abgeschlossen werden (Stand: Oktober 2026; Quelle: gesetze-im-internet.de/pflbg/__66.html, bundesgesundheitsministerium.de/pflegeberufegesetz).

1. September 2022: Tariflohn als Zulassungsbedingung in der Pflegeversicherung

Seit 1. September 2022 hängt die Kassenzulassung von Pflegeeinrichtungen an ihrer Bezahlung. Nach § 72 SGB XI dürfen Pflegekassen nur noch Verträge mit passend zahlenden Einrichtungen schließen. Erlaubt sind Tarif, kirchliche Regelung oder tarifliches beziehungsweise regional übliches Niveau. Die Bundesagentur für Arbeit ordnet diese Regel dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung vom 11. Juli 2021 zu (Stand: Oktober 2026; Quelle: gesetze-im-internet.de/sgb_11/__72.html, statistik.arbeitsagentur.de/…/Arbeitsmarktsituation-in-Pflegeberufen.pdf).

16. Dezember 2023: Pflegestudiumstärkungsgesetz

Am 16. Dezember 2023 trat das Pflegestudiumstärkungsgesetz (PflStudStG) in Kraft. Seitdem bekommen Pflegestudierende für das ganze Studium eine angemessene Vergütung. Außerdem wurden die Anerkennungsverfahren für ausländische Pflegefachkräfte vereinheitlicht. Der Bundestag hatte das Gesetz am 19. Oktober 2023 beschlossen (Stand: Oktober 2026; Quelle: bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/detail/pflegestudiumstaerkungsgesetz-pflstudstg).

28. Oktober 2025: Pflegefachassistenzgesetz

Am 28. Oktober 2025 wurde das Pflegefachassistenzgesetz (PflFAssG) ausgefertigt. Das Bundesgesetzblatt 2025 I Nr. 259 vom 31. Oktober 2025 enthält seinen Text. Seine Hauptteile zu Beruf, Ausbildung und Prüfung gelten ab 1. Januar 2027. Der Bundestag stimmte am 9. Oktober 2025 zu, der Bundesrat am 17. Oktober 2025 (Stand: Oktober 2026; Quelle: gesetze-im-internet.de/pflfassg/BJNR1030B0025.html, bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/detail/pflegefachassistenzeinfuehrungsgesetz, recht.bund.de/bgbl/1/2025/259/regelungstext.pdf).

31. Dezember 2025: Prüfauftrag zu den gesonderten Abschlüssen

Bis 31. Dezember 2025 sollten zwei Bundesministerien dem Bundestag berichten. Das verlangt § 62 PflBG vom Familien- und vom Gesundheitsministerium. Thema ist, wie viele Auszubildende einen eigenen Abschluss in Altenpflege oder Kinderkrankenpflege wählen. Bei weniger als 50 Prozent soll der Bericht Änderungen vorschlagen. Danach entscheidet laut Bundesportal der Bundestag über Beibehaltung oder Aufhebung (Stand: Oktober 2026; Quelle: gesetze-im-internet.de/pflbg/__62.html, pflegeausbildung.net/pflegefachausbildung/voraussetzungen-und-ablauf/).

1. Januar 2026: Befugniserweiterung für Pflegefachpersonen

Am 1. Januar 2026 trat das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege in Kraft. Es erlaubt Pflegefachpersonen, im Rahmen ihrer Kompetenzen Heilkunde selbst auszuüben. Außerdem begrenzt es die Pflegedokumentation auf das Nötige. Der Bundestag beschloss es am 6. November 2025. Am 21. November 2025 rief der Bundesrat den Vermittlungsausschuss an (Stand: Oktober 2026; Quelle: bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/befugniserweiterungsgesetz-bundestag-06-11-25, bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/detail/gesetz-befugniserweiterung-entbuerokratisierung-pflege).

Verkündet wurde das Befugniserweiterungsgesetz im Bundesgesetzblatt 2025 I Nr. 371 des Bundes. Laut amtlicher Standangabe hat sein Artikel 5 vom 22. Dezember 2025 das Pflegeberufegesetz zuletzt geändert. In der geltenden Fassung regelt § 4a PflBG die eigenverantwortliche Heilkundeausübung (Stand: Oktober 2026; Quelle: recht.bund.de/bgbl/1/2025/371/VO.html, gesetze-im-internet.de/pflbg/__4a.html).

2. Juni 2026: Prüfungsverordnung für die Pflegefachassistenz

Am 2. Juni 2026 wurde die Pflegefachassistenz-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (PflFAssAPrV) ausgefertigt. Verkündet wurde sie im Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 166 des Bundes. Ihre Regeln gelten ab 1. Januar 2027 bundesweit (Stand: Oktober 2026; Quelle: gesetze-im-internet.de/pflfassaprv/BJNR0A60A0026.html).

1. Juli 2026: Höherer Pflegemindestlohn

Seit 1. Juli 2026 gilt ein höherer Pflegemindestlohn. Er beträgt nach der Siebten Pflegearbeitsbedingungenverordnung 16,52 Euro brutto je Stunde. Pflegekräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung und entsprechender Tätigkeit bekommen mindestens 17,80 Euro. Für Pflegefachkräfte sind es 21,03 Euro. Zum 1. Juli 2027 steigen die Beträge auf 16,95, 18,26 und 21,58 Euro (Stand: Oktober 2026; Quelle: gesetze-im-internet.de/pflegearbbv_7/__2.html).

1. Januar 2027: Pflegefachassistenz startet

Ab 1. Januar 2027 ersetzt die Pflegefachassistenz die Helfer- und Assistenzausbildungen der Länder. Alte Ausbildungen können nach § 52 PflFAssG bis 31. Dezember 2029 beendet werden. Sie müssen vor Ablauf des 31. Dezember 2026 begonnen haben. Außerdem müssen sie die bundesweiten Eckpunkte für Assistenz- und Helferberufe in der Pflege erfüllen (Stand: Oktober 2026; Quelle: gesetze-im-internet.de/pflfassg/__52.html). Mehr dazu: Pflegefachassistenz in Sachsen.

Was davon betrifft Sachsen besonders?

Sachsen setzte das Pflegeberufegesetz mit einem eigenen Ausführungsgesetz um. Das Sächsische Pflegeberufe-Ausführungsgesetz stammt vom 23. Mai 2019. Es bestimmt die zuständige Stelle nach Pflegeberufegesetz und Ausbildungsfinanzierungsverordnung. Die übrigen Zuständigkeiten regelt die Sächsische Gesundheitsfachberufe-Verordnung vom 4. Mai 2022. Danach sind die Landesdirektion Sachsen und der Kommunale Sozialverband Sachsen zuständig (Stand: Oktober 2026; Quelle: revosax.sachsen.de/vorschrift/18227-Saechsisches-Pflegeberufe-Ausfuehrungsgesetz, revosax.sachsen.de/vorschrift/19618).

Für die Pflegefachassistenz plant Sachsen ein eigenes Landesgesetz und eine Verordnung. Das stellte das Sozialministerium im April 2026 vor. Die Prüfung soll bei der Landesdirektion Sachsen liegen. Die Berufserlaubnis soll der Kommunale Sozialverband Sachsen erteilen (Stand: Oktober 2026; Quelle: sms.sachsen.de/download/Praesentation-Informationsveranstaltung-21-04-2026-.pdf). Ob das Landesgesetz inzwischen gilt, haben wir nicht bestätigt; maßgeblich ist revosax.sachsen.de.

Quellen dieser Seite