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Pflegewege Sachsen Pflegeberuf, Ausbildung und Pflegetradition in Sachsen – unabhängig erklärt

Rotkreuz-Pflege in Sachsen: vom Albertverein 1867 bis zur Neugründung nach 1990

  • Rubrik: Pflegetradition
  • 8 Quellen, im Text verlinkt

Auf einen Blick

Die organisierte Rotkreuz-Pflege in Sachsen beginnt mit dem Albertverein. Er wurde 1867 in Dresden als Frauenverein des Roten Kreuzes gegründet. Er bildete Krankenpflegerinnen für den Kriegsfall aus, die „Albertinerinnen“. In Friedenszeiten war er in der Armenpflege tätig. Der Name ehrt Prinz Albert, den Ehemann der Prinzessin Carola von Sachsen. Auf ihre Initiative entstand der Verein (Stand: Oktober 2026, de.wikipedia.org/wiki/Albert-Verein).

Wann entstand das Rote Kreuz in Sachsen?

Das Rote Kreuz in Sachsen entstand 1866 mit einem Hilfsverein für verwundete Soldaten. Am 7. Juni 1866 bildete sich der Internationale Hilfsverein zur Pflege im Krieg verwundeter und erkrankter Soldaten für das Königreich Sachsen. Sein erster Einsatz folgte einen Monat später in der Schlacht von Königgrätz. Als ideelles Gründungsdatum gilt der 25. Oktober 1866, der Beitritt zu den Genfer Abkommen. So fasst es der Wikipedia-Artikel zum DRK-Landesverband Sachsen zusammen (Stand: Oktober 2026, de.wikipedia.org/wiki/DRK-Landesverband_Sachsen).

Die Rotkreuz-Idee geht auf Henry Dunant zurück. Er erlebte 1859 die Schlacht von Solferino und forderte danach Hilfsgesellschaften für Verwundete. Nach der Geschichtsdarstellung des DRK entstand 1863 in Württemberg die erste Rotkreuzgesellschaft der Welt (Stand: Oktober 2026, drk-chemnitzer-umland.de/das-drk/selbstverstaendnis/geschichte.html). Die erste Schwesternschaft des späteren Roten Kreuzes ging laut Wikipedia aus dem Badischen Frauenverein hervor. Dieser war 1859 in Karlsruhe gegründet worden (de.wikipedia.org/wiki/DRK-Schwesternschaft).

Wer gründete den Albertverein?

Den Albertverein gründeten 1867 Prinzessin Carola von Sachsen und die sorbische Krankenpflegerin Marie Simon. So schildert es der Wikipedia-Artikel zum Carolahaus (Stand: Oktober 2026, de.wikipedia.org/wiki/Carolahaus). Der Artikel zum DRK-Landesverband Sachsen datiert die Gründung der Albertinerinnen auf August 1867. Danach gründete Marie Simon sie unter dem Schutz der Prinzessin. Die Schwestern versorgten neben Soldaten bereits die zivile Bevölkerung (de.wikipedia.org/wiki/DRK-Landesverband_Sachsen).

Carola von Sachsen folgte mit dem Albertverein dem Vorbild Luises von Baden. Luise hatte 1859 den ersten badischen Frauenverein vom Roten Kreuz gegründet. Dazu gehörte eine Schwesternschaft, die „Luisenschwestern“. Die Albertinerinnen wurden nur in Dresden und im größten Zweigverein in Leipzig ausgebildet (Stand: Oktober 2026, de.wikipedia.org/wiki/Albert-Verein).

Was war das Carolahaus?

Das Carolahaus war das Krankenhaus des Albertvereins in der Dresdner Johannstadt. Es öffnete 1878 und wurde von den Schwestern des Vereins betrieben. Eine Schwesternschule war wichtiger Teil des Hauses. Zuletzt hatte es 225 Betten. Nach dem Ersten Weltkrieg musste der Verein das Haus 1920 an die Stadt Dresden verkaufen. Er durfte es aber weiter nutzen, bis Anfang der 1930er Jahre der Krankenhausbetrieb endete. Im Februar 1945 zerstörten die Luftangriffe auf Dresden das Gebäude (Stand: Oktober 2026, de.wikipedia.org/wiki/Carolahaus).

Welche Rolle spielten die Albertinerinnen in den Kriegen?

Im Deutsch-Französischen Krieg schickte der Albertverein 16 Albertinerinnen in das Kriegsgebiet. 167 Pflegerinnen des Vereins versorgten Verwundete in der Heimat. Im Ersten Weltkrieg organisierte der Verein fast das gesamte weibliche Pflegepersonal im Königreich Sachsen. Das galt für die Etappe und das Heimatgebiet. Von 1914 bis 1919 wurden im Carolahaus 1305 Frauen ausgebildet (Stand: Oktober 2026, de.wikipedia.org/wiki/Albert-Verein).

Nach dem Ersten Weltkrieg geriet der Albertverein in eine Krise. Mit der Monarchie verlor er einen wichtigen Rückhalt. Die Inflation entwertete die Rücklagen der Schwesternkassen. 1930 musste das Carolahaus endgültig schließen. An seine frühere Bedeutung für die Pflege in der Region konnte der Verein laut Wikipedia nicht mehr anknüpfen (Stand: Oktober 2026, de.wikipedia.org/wiki/Albert-Verein).

Was geschah mit den Schwesternschaften im Nationalsozialismus?

Die Rotkreuz-Schwesternschaften verloren im Nationalsozialismus ihre Selbstständigkeit. Laut Wikipedia setzte das DRK 1937 einen „Geschäftsführenden Präsidenten“ ein. Er ließ alle noch selbstständigen Rotkreuzvereine auflösen, auch die Schwesternschaften. Sie gingen in der Einheitsorganisation „Deutsches Rotes Kreuz e. V.“ auf. Das DRK-Gesetz vom Dezember 1937 passte die Rechtslage nachträglich an (Stand: Oktober 2026, de.wikipedia.org/wiki/DRK-Schwesternschaft). In Sachsen wurde der Landesverein von 1937 bis 1945 zur unselbstständigen „Landesstelle IV“ (de.wikipedia.org/wiki/DRK-Landesverband_Sachsen).

Wie ging es nach 1945 weiter?

Nach 1945 wurde das DRK in der Sowjetischen Besatzungszone zunächst aufgelöst. Im Westen gründeten sich viele DRK-Schwesternschaften als unabhängige Vereine neu. 1948 entstand ihr Dachverband neu (Stand: Oktober 2026, de.wikipedia.org/wiki/DRK-Schwesternschaft). In der DDR war das Deutsche Rote Kreuz von 1952 bis 1990 in Bezirke gegliedert (de.wikipedia.org/wiki/DRK-Landesverband_Sachsen).

Was änderte sich nach 1990?

Der DRK-Landesverband Sachsen wurde am 19. Mai 1990 in Dresden gegründet. Anlass war die Vereinigung der Rotkreuz-Gesellschaften aus DDR und Bundesrepublik (Stand: Oktober 2026, de.wikipedia.org/wiki/DRK-Landesverband_Sachsen). Heute führt der Landesverband zusammen mit dem Verband der Schwesternschaften die DRK-Krankenhäuser in Chemnitz-Rabenstein und Lichtenstein (drksachsen.de/ueber-das-drk/einrichtungen).

Eine Rotkreuz-Schwesternschaft für Sachsen ist im Adressverzeichnis des DRK eingetragen. Es führt eine „Schwesternschaft vom DRK Sachsen e.V.“ mit Sitz in Chemnitz (Stand: Oktober 2026, drk-chemnitzer-umland.de/das-drk/adressen/schwesternschaften.html). Gründungsjahr und heutigen Status konnte Pflegewege Sachsen nicht unabhängig belegen. Die Wikipedia-Liste der DRK-Schwesternschaften mit Stand Februar 2019 nennt keine in Sachsen (de.wikipedia.org/wiki/DRK-Schwesternschaft). Was über die frühere Vereinswebsite unter dieser Domain bekannt ist, steht auf der Seite Über dieses Projekt.

Wie viele Rotkreuz-Schwesternschaften gibt es heute?

Der Verband der Schwesternschaften vom DRK vereint heute 31 DRK-Schwesternschaften. Sie haben nach seiner Angabe rund 20.000 Rotkreuzschwestern und Berufsangehörige. Die Wurzeln des Verbands reichen bis 1882 zurück. Damals schlossen sich sechs Schwesternschaften mit rund 140 Mitgliedern zusammen (Stand: Oktober 2026, rotkreuzschwestern.de/start/ueber-uns/historie.html). Was eine Schwesternschaft heute ist, erklärt die Seite Was ist eine DRK-Schwesternschaft?

Quellen dieser Seite